Baugeschichte und Beschreibung der
Möninger Bergkirche
(Aus der Festschrift zur100 Jahr-Feier der Möninger
Bergkirche 1884-1984)
Erste Impulse zum Bau eines neuen Bergkirchleins gingen von
Pfarrer Nikolaus Mayerhöfer (1857 – 1869) aus. Nachdem in
der alten Kapelle die Messfeier erlaubt war und wöchentlich
in ihr ein Votivamt abgehalten wurde, nahm die Zahl der
Wallfahrer und das Spendenaufkommen enorm zu. Besonders
während der Kriegsjahre 1866 und 1870 kamen viele
heimkehrende Soldaten und ihre Angehörigen. Im Oktober 1867
wurde ein Dankamt für die glückliche Heimkehr der
Kriegsteilnehmer gefeiert. Bei dieser Gelegenheit sprach
Pfarrer Mayerhöfer den Gedanken aus, „es verdiene Ehre
dieses Berges, dessen Gipfel einst eine Ritterburg, dessen
Mitte ein Kloster und dessen Fuß einstens ein Edelgut
zierten, dass die unansehnliche Kapelle in ein niedliches
Kirchlein umgewandelt, vielleicht auch auf dem Plateau
erbaut werde zu Ehren der allerseligsten Jungfrau und der
hl. Nothelfer.“
Sein Plan wurde zunächst mit Begeisterung aufgenommen.
Obwohl er, wie er sagt, nicht zudringlich werden wollte,
sondern wie der fromme „Landmann, der sein Feld bestellt,
sich der Hoffnung hingab, Gott werde sein Wort segnen“,
wurden doch sofort hohe Geld- und Sachspenden von den
umliegenden Ortschaften gezeichnet. Auf der anderen Seite
widersprachen die Filialisten in Rohr und in Pavelsbach,
welche eine Beeinträchtigung ihrer Gottesdienste
befürchteten. Dadurch eingeschüchtert, ließ Pfarrer
Mayerhöfer die Sache vorerst liegen.
Was Pfarrer Mayrhöfer nicht mehr ausführen konnte, war unter
seinem Nachfolger Carl Scherer (1869 – 1885) möglich. Schon
am 21. August 1870, als kaum der Krieg begonnen hatte, lud
er die Gläubigen aus nah und fern zur Weihe des neuen
Kreuzweges im Wallgraben ein: „Mögen kommen alle, die
bedrängten Herzens sind, kommen alle Väter und Mütter, deren
Söhne im fürchterlichen Kriege sich befinden: möge das Gebet
von Tausenden sich ereinen, damit es als ein lauter Schrei:
O Herr gib uns Frieden, beschütze unser Vaterland zum Himmel
dringe“. Ein Jahr darauf, am 30. Juli 1871, war auf dem Berg
eine Wallfahrt mit Dankgottesdienst der heimgekehrten
Krieger aus der ganzen Umgebung. Im Laufe der Jahre wurde
der Kreuzweg schadhaft und in den umliegenden Gemeinden
wurde für einen neuen gesammelt. Dieser wurde 1883
eingeweiht. Bei diesen Sammlungen wurde der Wunsch nach
einem Kirchlein auf des Berges Höhe wiederum laut. Und als
der Pfarrer sich bereit erklärte, ging man mit Begeisterung
ans Werk.
Aufruf von Pfarrer Carl Scherer an die Nachbargemeinden am
29. Mai 1883:
„Meine Pfarrgemeinde Möning hat den löblichen Entschluß
gefaßt, die Höhe des Möningerberges mit einem Kirchlein zu
Ehren der vierzehn Nothelfer zu krönen. Um die bedeutenden
Baukosten leichter zu tragen, wende ich mich vertrauensvoll
an unsere Nachbargemeinden mit der herzlichen Bitte, uns
durch milde Beiträge in der Ausführung unseres frommen
Vorhabens unterstützen zu wollen“.
Die Bergbauersleute Anton und Josepha Harrer schenkten den
Bauplatz. Mit den Spenden des Umlandes und der Hand- und
Spanndienste der Pfarrei Möning – damals gehörten auch
Aßlschwang, Kittenhausen und Rohr noch zur Pfarrei – war die
Finanzierung gesichert.
Baumeister war Johann Egner aus Neumarkt. Die Altäre wurden
von den Bildhauern Würf und Pankraz in Amberg gefertigt. Mi
den Malerarbeiten wurde der Neumarkter Maler und Vergolder
Luxenhofer beauftragt.
Einladung zur Weihe der Bergkirche durch Pfr. Carl Scherer
(abgedruckt im Neumarkter Tagblatt, Hilpoltsteiner
Wochenblatt, Beilngrieser Amts- und Wochenblatt, Eichstätter
Volkszeitung):
Unter Gottes sichtbarem Schutze und durch die werktätige
Beihilfe des gläubigen Volkes der ganzen Umgegend um den
Möningerberg ist es gelungen, die Spitze dieses erhabenen
Bergkegels mit einem Kirchlein weithin sichtbar zur Ehre der
vierzehn Nothelfer zu krönen. Der 24. August d. J., der
Vorabend des Namensfestes Sr. Majestät, unseres
allergnädigsten Königs Ludwig II., soll der Freudentag
werden, an dem dieses Kirchlein zum Dienste Gottes und zur
Ehre der vierzehn Nothelfer mit bischöflicher Erlaubnis
eingeweiht werden wird. Möge dieses Kirchlein für die
Nachwelt ein lautsprechendes Denkmal des innigen Glaubens
unserer Tage sein! Möge dasselbe, so traulich und friedlich
vom Berge herabschauend, Glück und Segen den Menschen
bringen! Mögen alle, die bedrängten Herzens sind, dort
selbst bei den vierzehn Nothelfern Erhörung und Frieden
finden. Ich lade alle Gläubigen von nah und fern, namentlich
alle Wohltäter, die mir durch ihre freundlichen Opfergaben
das Kirchlein bauen halfen und noch helfen, zu diesem Tage
des Herrn ein"
Am Fest des hl. Bartholomäus, dem 24. August 1884, war es
also soweit. Das schmucke Bergkirchlein konnte durch den
Dekan des Neumarkter Kapitels, Joseph Schönhuber aus
Döllwang, unter der Assistenz von 20 Geistlichen eingeweiht
werden. Pfarrer Carl Scherer hielt selbst eine zündende
Predigt. Sie ist noch heute in Druck erhalten. Der
Sängerchor stand unter der Leitung des Expositus M.
Schwenninger von Heng, der für diese Feier das Nothelferlied
„Hier ist ein Ehrenplatz“ komponiert hatte.
Geweiht wurde die Kirche zu Ehren Maria Königin und der 14
Nothelfer. Damit wurde sowohl die alte Tradition der
Marienwallfahrt auf dem Möningerberg wieder aufgenommen als
auch die spätere Nothelferverehrung fortgeführt.
1886 schenkte Bischof Franz Leopold von Eichstätt der
neuerbauten Kirche eine Kreuzesreliquie. Damit hat im
Verbund mit dem Kreuzweg im Burggraben auch die
Kreuzesverehrung auf dem Berg wieder ihren angestammten
Platz.
1974 wurde die Muttergottesstatue mit dem Jesuskind sowie
das Jesuskind über dem Tabernakel und zwei Leuchter aus der
Bergkirche geraubt. Der Eichstätter Bildhauer Eduard Graf
schuf eine Nachbildung der Madonna, die beim Bergfest 1975
eingeweiht wurde. Wenige Wochen später wurde wieder
eingebrochen und diesmal wurden auch die Nothelferfiguren
entwendet. Die fünfköpfige Einbrecherbande, deren Boß
ein Antiquitätenhändler aus Regensburg war, konnte ermittelt
und gefaßt werden. Die Beute wurde sichergestellt und
zurückgebracht. 1976 war dann eine Innenrenovierung fällig.
Die Malerarbeiten führte die fFrma Salzer aus Neumarkt aus.
1978 erfolgte die Außenrenovierung durch die Firma Oswald
Deß, Möning.
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